Alexander-Technik bei Hypermobilität

Als hypermobil oder hyperflexibel wird eine Person bezeichnet, bei welcher die Gelenke und Bänder über das alters- und geschlechtsbezogene durchschnittliche Maß hinaus bewegt werden können. Man unterscheidet verschiedene Arten der Hypermobilität:

  • die lokale, also auf bestimmte Körperabschnitte begrenzte Hypermobilität
  • die generalisierte Hypermobilität, die alle Bereiche des Bewegungssystems betrifft und z. B. durch eine angeborene Bindegewebsschwäche auftreten kann
  • die essentielle Hypermobilität, die ebenfalls angeboren ist, für die es aber keine erkennbare Ursache gibt. Als Ursache dieser Form der Hypermobilität vermutet man eine zentralnervöse Fehlsteuerung der Bewegungsprogramme, die dazu führt, dass die ausgeführten Bewegungen nicht richtig koordiniert werden können und daher eine Laxizität entsteht.

Meist führt Hypermobilität zu Überlastungsschmerzen bei statischen Belastungen des Bewegungsapparates, die dann zu Schmerzen in den Gelenken, Sehnenscheidenentzündung, häufigen Verletzungen an Bändern und Gelenken und chronischer Arthritis führen.

Menschen mit Hypermobilität ersetzen die Koordination durch Spannung; sie erleben ihren Zustand meist als instabil und können sich nicht vorstellen, mit einer geringeren Grundspannung ihren Alltag zu bewältigen. Sie sehen ihren eigenen Körper als eine Ansammlung lose verbundener Körperteile; manchmal hört man auch: "Wenn ich mich nicht halte, falle ich auseinander."

Die als einzige Therapiemöglichkeit angebotene Krankengymnastik hilft oft nicht.

 Die Alexander-Technik hilft in verschiedener Weise: Die hohe Grundspannung wird schrittweise abgebaut und im selben Zug das Vertrauen in die eigene Stabilität aufgebaut. Eine bessere Koordination des Körpers (eine bessere Verbindung der Körperteile) bedeutet auch eine bessere Koordination der Bewegungen. Die Überbelastung nimmt ab, Stabilität wird erlebt und Vertrauen in die eigenen Kräfte kehrt wieder zurück.